Sommer 2010

 Hamburg, 20. Juli 2010
In Sankt-Vith stieg ich ein weiteres Mal aufs Mountainbike. Elite- und U23-Fahrer starteten gemeinsam, sodass das Feld mit fast 100 Teilnehmern überdurchschnittlich groß bestückt war. Obwohl ich Pech hatte und etwa von Position 70 aus ins Rennen geschickt wurde, konnte ich mich langsam nach vorn arbeiten und letztlich als Zehnter ins Ziel kommen - eine ansteigende Formkurve war unverkennbar. Eine Woche später fand in Pracht dann der letzte Test für die Deutschen Meisterschaften statt. Das Rennen führte zwar nur über 765 Minuten, verlangte mir aber allerhand ab. Gleich nach der ersten Runde fuhren Markus Schulte-Lünzum und ich den anderen davon und lieferten uns einen harten Fight, in dem ich zwar konditionell stärker war, mein Konkurrent allerdings auf dem nicht leichten Kurs die bessere  Technik hatte. Dennoch gelang es mir, einen zehnsekündigen Vorsprung auf ihn herauszufahren, der allerdings bald wieder schmelzen sollte. Als ich kurz vor Ende des Rennens leichte Ansätze von Schüttelfrost spürte, ging ich mit Rücksicht auf meine DM-Teilnahme nicht mehr ans Limit und begnügte mich mit Platz zwei.
Mit dem DM-Kurs in Bad Salzdethfurth wartete dann ein Kurs auf uns, der höchste Anforderungen an Kraft und Kondition stellte. Auf einer 15-minütigen Runde mussten 220 Höhenmeter bewältigt werden, was bei acht Runden fast 1800 Höhenmetern entsprach. Technik hingegen war weniger gefragt. Ich kam gut aus den Startlöchern und hielt mich anfangs auf Position vier auf. Nach etwa der Hälfte des Rennens musste ich dann jedoch dem hohen Tempo Tribut zollen, sodass vier Konkurrenten an mir vorbeirollten. Ich ließ es etwas ruhiger angehen und tatsächlich erholte ich mich noch einmal, konnte noch zwei vor mir liegende Mitstreiter packen und die MTB-DM als Siebenter beenden. Eine Platzierung, mit der ich angesichts der letztlich nicht ausreichenden Vorbereitung leben konnte. Ich hatte dennoch viel Spaß und konnte beweisen, dass ich immer noch vorn mitfahren kann. Deshalb werde ich wohl auch weiterhin bei MTB-Rennen dabei sein.

 

Hamburg, 29 Juni 2010
Von meinem Start in Albstadt kehrte ich nicht verletzungsfrei zurück. Eine Muskelüberdehnung im linken Oberschenkel machte mir mehr zu schaffen, als mir lieb war und erforderte einige Sitzungen bei meinem Physiotherapeuten. Noch nicht gänzlich frei von Beschwerden, ging ich dennoch bei einem Rundstreckenrennen in Nordhorn an den Start. Lange hielt ich mich in einer Fluchtgruppe auf, die sich auf die Verfolger einen Vorsprung von zeitweise 40 Sekunden erarbeitete. Ich fühlte mich gut und rechnete mir entsprechende Chancen auf einen Podiumsplatz aus, als ich mir drei Runden vor Schluss einen Plattfuß einhandelte. Während sich aus der nur noch dreiköpfigen Spitzengruppe der spätere Sieger löste, gelang es mir, noch einmal zu den zwei anderen aufzuschließen und am Ende noch Dritter zu werden. Beim anschließenden Derny-Rennen ließ ich es aufgrund meines Oberschenkels etwas ruhiger angehen und wurde Siebenter.
Zwei Tage später startete ich im belgischen Averbode auf dem Mountainbike. Weit hinten losgefahren, arbeitete ich mich in den ersten zwei Runden bis auf Platz 15 vor, bevor sich dann wieder meine Verletzung meldete. Die Schmerzen nahmen von Minute zu Minute zu, sodass mir gar nichts anderes übrig blieb, als abermals vorzeitig vom Rad zu steigen. Was in den Tagen darauf folgte, waren weitere Behandlungen beim „Physio“ und ein sehr eingeschränktes Training. Dabei wollte ich mir doch in Haltern am See den letzten Schliff für die eine Woche später stattfindende MTB-DM holen. Nun gut - ich ging in Haltern an den Start und es lief wider Erwarten gut. Nach dem Start entwischten wir zu viert unserer Konkurrenz. Nach einiger Zeit erhöhte ich das Tempo ein wenig und fuhr gemeinsam mit Markus Schulte-Lünzum (MIG-Team) den anderen beiden davon. Wir blieben zusammen, bis ich eine Attacke riskierte, die Markus konterte und anschließend seinerseits attackierte. Diesen Angriff konnte ich nicht mehr parieren und musste ihn ziehen lassen. Doch nach den Widrigkeiten in den Tagen zuvor konnte ich mich über Platz zwei richtig freuen.
 

Hamburg, 13. Juni 2010
Schon wieder ist einige Zeit ins Land gegangen, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Sorry, aber die letzten Wochen waren stressig. Aber: ich gelobe Besserung und möchte euch nachstehend einen kleinen Überblick über meine letzten Aktivitäten und Ergebnisse geben.

Beginnen möchte ich meine Rückschau mit einem Rundstreckenrennen in Gelsenkirchen, bei dem ich mich lange Zeit in einer 15-köpfigen Spitzengruppe befand, aus der sich gegen Ende des Rennens zehn Fahrer lösten und den Sieg unter sich ausmachten. Mir gelang schließlich die Flucht aus der fünfköpfigen Verfolgergruppe, sodass ich am Ende Elfter wurde.
Aus dem Ruhrpott ging es gleich weiter nach Hessen, wo ich tags darauf in Frankfurt-Sossenheim an den Start ging. Gleich zu Beginn des Rennens enteilte uns eine dreiköpfige Gruppe, die aufgrund nachlässiger Verfolgungsarbeit auch nicht mehr eingeholt werden sollte. Zehn Runden vor Schluss löste ich mich aus dem Hauptfeld und beendete das Rennen mit Platz vier.

Kaum aus Frankfurt wieder zurück, machte ich mich drei Tage später auf den Weg ins dänische Holstebro, um dort nach längerer Pause wieder einmal mein Glück im Cross Country auf dem Mountainbike zu versuchen. Ich hätte mir den Start ersparen sollen: Kurze steile Anstiege und ebensolche Abfahrten waren nicht mein Ding. Technisch ohnehin nicht auf der Höhe, bekam ich irgendwann auch noch Rückenschmerzen und stieg entnervt aus.
Auch eine Woche später erging es mir beim zweistündigen Mountainbike-Marathon in Willingen nicht besser. Etwa 90 Minuten lang hielt ich mich vorne in der Spitzengruppe auf, bevor mich zwei Plattfüße aussichtslos zurückwarfen. Und wieder stieg ich einigermaßen gefrustet schon vor der Zieldurchfahrt vom Rad.
Weiter ging es nach Albstadt, wo am nächsten Tag ein weiteres schweres MTB-Cross Country Rennen auf mich wartete. Zusätzlich erschwert wurde das auf einem technisch anspruchsvollen Kurs ausgetragene Rennen durch in der Nacht zuvor niedergegangene Regenfälle. Obwohl ich etwa auf Position 70 starten musste, gelang es mir im Verlauf des Rennens, mich bis auf Platz zehn vorzuarbeiten. Diese Aufholjagd forderte später ihren Tribut und ich wurde am Ende 21., eine Platzierung, mit der ich nach den in den Tagen zuvor gesammelten weniger guten Erfahrungen einigermaßen leben konnte.

 

Hamburg, 30. Mai 2010
Um einige Podiumsplätze reicher, kehrte ich am Pfingst- sowie an diesem Wochenende von einigen Rennen aus dem Westen der Republik zurück. Dabei verlief der Start am Freitag vor Pfingsten alles andere als viel versprechend, denn mit einem leichten Kratzen im Hals beendete ein Rundstreckenrennen in Gütersloh sicherheitshalber vorzeitig. Der frühe Ausstieg sollte sich schon am nächsten Tag bezahlt machen, denn wesentlich besser drauf ging ich beim einem Rundstreckenrennen in Steinhagen an den Start. Zehn Runden vor der der Zieldurchfahrt löste ich mich mit einem Begleiter, denn ich am Ende noch deutlich abschütteln konnte und das Rennen gewann. Anschließend nahm ich noch an einem außergewöhnlich schnellen Dernyrennen teil. 20 Runden lang fuhren acht Teilnehmer nahezu am Limit, als Höchstgeschwindigkeit zeigte mein Tacho am Ende 67 km/h an. Belohnt wurde ich mit Platz zwei
Am Pfingstsonntag ging es nach Oberhausen, wo ein vier Kilometer langer Rundkurs 30 mal umfahren werden musste. Nach einem sehr aktiven Rennen, das für mich eindeutig zu aktiv war, rollte ich mit dem Hauptfeld ins Ziel. In Köln-Longerich holten mich am nächsten Tag erneut meine Halsschmerzen ein. Eine flache Runde sorgte für hohes Tempo, dem ich an diesem Tag nicht folgen konnte. Um mich zu schonen, stieg ich vorzeitig vom Rad, erholte mich anschließend zwei Tage und nahm dann gestern an einem dreistündigen Mountainbike-Marathon teil, den ich gewann. Heute fand dann bei strömendem Regen In Remscheid-Lüttringhausen ein weiteres Rennen statt, bei dem ein 7,5 Kilometer langer Kurs 16 mal bewältigt werden musste. Sechs Runden vor Schluss gelang mir mit vier Begleitern eine erfolgreiche Flucht, die ich vielleicht siegreich beendet hätte, wenn mich nicht zwei Runden vor Ende Krämpfe geplagt hätten. So blieb mir Platz drei sowie ein zweiter Platz in der Bergwertung.

Hamburg, 16. Mai 2010
Nach einem erfolgreich verlaufenen Tag möchte ich heute wieder einmal ein Lebenszeichen von mir geben und einen kleinen Rückblick auf die letzten Wochen halten. Nach meinem Start beim Marathon in Sundern fanden im schleswig-holsteinischen Gnutz - das liegt ganz in der Nähe von Nortorf - die Nord- und Landesmeisterschaften statt. Die Veranstaltung war gut organisiert, das Rennen allerdings langweilig. Auf einem Topfebenen Kurs mit null Profil ging am Ende unsere Taktik auf, René Birkenfeld ganz nach vorn zu fahren. Am Ende wurde er zum zweiten Mal Nordmeister im Straßeneiner, ein schöner Erfolg für unser an diesem Tag zahlenmäßig stark vertretenes Team.
Von Gnutz ging es weiter nach Wittenberg, wo ich gemeinsam mit einigen Pro-Tour-Fahrern wie Christian Knees, Bert Grabsch und Jens Voigt, also beim Altstadtrennen startete. Meine Chancen auf einen Podiumsplatz waren gering und so sollte es letztlich auch eintreten, während René Vierter wurde.
Danach startete ich beim Klassiker Berlin - Buckow über 130 Kilometer. Nach einem schleppenden Rennen fuhren drei Tschechen weg, an deren Verfolgung ich mich machte. Da ich jedoch allein war, konnte ich den Abstand zwar phasenweise verkürzen, kam aber nie richtig an die drei Ausreißer heran und musste meiner Verfolgungsjagd schließlich Tribut zollen.
Richtig gut lief es dagegen heute für mich. Cottbus - Görlitz - Cottbus, ein Klassiker über 165 Kilometer stand auf dem Programm, das ich besser als erwartet abspulen sollte. Nachdem anfänglich nur wenig passierte, bildete sich eine zehnköpfige Gruppe, zu der ich nach einiger Zeit mit etwas 15 Begleitern aufschließen konnte. Etwa 30 Kilometer vor dem Ende gelang mir mit meinem Teamgefährten Heinrich Berger und acht Begleitern eine erfolgreiche Flucht. Aus dieser Gruppe sollten am Ende zwei übrig bleiben: Stefan Schäfer (LKT Team Brandenburg) und ich. Als sich 500 Meter vor dem Ziel eine leichte Steigung ankündigte, trat ich noch einmal an, nahm Schäfer noch ein paar Meter ab und fuhr als Erster über den Zielstrich. Komplettiert wurde das Ganze durch das gute Abschneiden von René Birkenfeld (15.), Raoul Rothe (16.) und Heinrich Berger (18.).
Bis zum nächsten Mal….

Hamburg, 26. April 2010

So darf die Sommersaison ruhig weitergehen: Nachdem ich über Ostern an einem 120 Kilometer langen Straßenrennen in Schönaich teilgenommen und mit dem Hauptfeld ins Ziel kam, folgten dann schon bald die ersten Platzierungen und sogar ein Sieg. Aber der Reihe nach. Zunächst stand ein Rundstreckenrennen in Bad Bevensen auf dem Programm, das aufgrund einer 1500 Meter langen, ansteigenden Kopfsteinpflasterpassage doch recht hart und selektiv war. Für mich sprang am Ende ein siebenter Platz heraus, mit dem ich recht zufrieden war. Es folgte ein Doppel-Renntag in Marlow mit einem Rundstrecken- sowie einem Straßenrennen. Sowohl am Sonnabend als auch sonntags verpasste ich das Podium jeweils nur knapp. Auch, weil gegen eine 12-köpfige Übermacht des Teams LKT Brandenburg einfach kein Kraut gewachsen war. Das Rundstreckenrennen (65 km) beendete ich als Vierter, beim über 110 Kilometer führenden Straßenrennen nahm ich kurz vor der Zieldurchfahrt die Beine etwas zu früh hoch und musste mich mit Rang fünf begnügen.
Dafür hielt ich mich dann eine Woche später in Sundernhagen/Sauerland beim für mich ersten Mountainbike-Marathon dieses Jahres schadlos. Weil ich gute Beine hatte und das Rad gut lief, entschloss ich mich während des Rennens, statt der im Vorjahr von mir gewonnenen 55-Kilometer-Runde diesmal die lange, über 100 Kilometer führende Distanz zu absolvieren. Bald setzten wir uns zu dritt ab, bis ich Opfer eines „Schleichers“ wurde. Mein Konkurrent Stefan Danowski nutzte dies zunächst und zog an mir vorbei. Doch es gelang mir, wieder zu ihm aufzuschließen und auf den letzten zehn Kilometern noch einen fast zweiminütigen Vorsprung auf ihn herauszufahren - mein erster Sieg war unter Dach und Fach.
Tags darauf war ich bei einer Biathlon-Veranstaltung dabei, die gespickt war mit bekannten Olympiasiegern. Aus Biathleten und Radsportlern wurden acht zweiköpfige Teams gebildet, die sich abwechselnd in beiden Sportarten messen mussten. Ich wurde an die Seite von Martina Beck gelost, mit der ich in der Endabrechnung Platz fünf belegte. Wir wären sicherlich ein Stück weiter vorn gelandet, wenn meine Schießleistungen mit jenen auf dem Rad Schritt gehalten hätten. Aber bei dieser Veranstaltung ging es in erster Linie um den Spaß und den hatten wir.

 

Hamburg, 23. März 2010
Nach einer dreiwöchigen Trainingspause und anschließenden guten ersten Einheiten auf dem Rad möchte ich mich gut erholt und fit zurückmelden. Eigentlich hatte ich nach der WM in Tabor Ende Januar vor, mich mit leichten Trainingseinheiten in Form zu halten, doch der Winter machte auch mir einen dicken Strich durch die Rechnung. Deshalb passte es wunderbar, dass ich eine Einladung zu den in Andalusien stattgefunden Händlertagen erhielt und mich meinem Sponsor Stevens anschloss. Es waren tolle sieben Tage, die für mich nicht nur auf dem Rad stattfanden. Zwar spulte ich in der einen Woche rund 800 Kilometer herunter, hatte daneben allerdings auch viel Zeit für interessante Gespräche. Dann ging es - leider viel zu früh - zurück nach Hamburg, doch es sollte lediglich ein Zwischenstopp sein. Denn schon in der Woche drauf starteten wir zu einem zweiwöchigen Trainingslager nach Mallorca, wo es an einem Tag tatsächlich schneite. Mit den von daheim gewohnten Schneemassen hatte das natürlich nichts zu tun, und so brachte ich es innerhalb der zwei Wochen auf gut 1800 Trainingskilometer. Damit können die ersten Rennen Anfang April kommen. Geplant habe ich für die Sommersaison die Teilnahme an drei, vier Rundfahrten, daneben möchte ich bei längeren Straßenrennen und einigen Mountainbike-Marathons an den Start gehen.

Hamburg, 9. Februar 2010

Nach einer kleinen Pause möchte eine Bilanz meiner letzten Saison ziehen, die bestenfalls durchwachsen verlief. Es begann gut, die Form stimmte und hielt bis Ende November. Dann erwischte mich eine schwere Erkältung, die mich über eine Woche lang komplett außer Gefecht setzte und merklich an meiner bis dahin guten Verfassung nagte. Letztlich waren es fast 14 Tage, die ich ohne Training und natürlich auch ohne Rennen war, eine zu lange Strecke, um für die wichtigen Rennen im Januar wieder in Form zu kommen. Nach einer auch aus diesem Grund für mich schwachen Deutschen Meisterschaft änderte ich meinen Rennplan, musste dabei allerdings diesem bislang eisigen Winter Tribut zollen, der - und wer mich kennt, weiß das - überhaupt nicht nach meinem Geschmack ist. Trotz einer langen Durststrecke und Ergebnissen, die nicht dem entsprachen, was ich mir vorgenommen hatte, wurde ich für die Weltmeisterschaft nominiert - zehn Siege und gute Platzierungen auch bei international besetzten Rennen hatten wohl für mich gesprochen. Insgesamt aber bleibt das Fazit, dass die Saison 2009/10 mir nicht das beschert hat, was ich mir von ihr erhofft hatte. Zumindest die letzten Wochen hätten besser laufen können. Jetzt freue ich mich auf eine längere Trainingspause, die ich wohl erst Anfang März ausklingen lassen werde.

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